MarktMeldung
Berufsbildungsbericht 2026: Weniger Verträge, mehr unversorgte Bewerber
Der Ausbildungsmarkt kippt: Nach dem Berufsbildungsbericht 2026 wurden 476.700 neue Ausbildungsverträge geschlossen, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich stieg die Zahl der unversorgten Bewerber um 28 Prozent auf 39.900, während 54.400 Stellen unbesetzt blieben. Angebot und Nachfrage finden nicht zusammen; die Passung ist das Thema des Berichts.
Von Philipp Ostendorf, Redaktion Wissensrepublik: Förderung, Regeln, Markt, Zertifikate, Köpfe der Weiterbildung

Der Berufsbildungsbericht 2026, den Bildungsministerin Karin Prien im Mai im Kabinett vorgestellt hat, zeichnet einen Ausbildungsmarkt, auf dem beide Seiten verlieren. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System sank auf 476.700, ein Minus von 2,1 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die ohne Ausbildungsplatz und ohne Alternative blieben, um 28,0 Prozent auf 39.900.
Auf der anderen Seite blieben 54.400 Ausbildungsstellen unbesetzt, 15.000 weniger als im Vorjahr, was weniger auf bessere Besetzung als auf ein geschrumpftes Angebot der Betriebe zurückgeht. Zum Ende des Berichtszeitraums suchten noch 84.400 Bewerber einen Platz, 14.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die traditionelle Ausbildungsnachfrage ging leicht auf 515.800 zurück (minus 0,3 Prozent), die erweiterte Nachfrage, die auch Bewerber mit Alternativen einschließt, stieg auf 560.300 (plus 0,3 Prozent).
Das Ministerium nennt die Passung als zentrales Problem: Die offenen Stellen liegen in anderen Regionen und Berufen als die unversorgten Bewerber, und die Anforderungen der Betriebe treffen auf Schulabgänger, deren Grundkompetenzen nach den Schulleistungsstudien nachgelassen haben. Das Handwerk steht mit steigenden Vertragszahlen gegen diesen Trend.
Was das für Anbieter heißt
Für Bildungsträger entsteht aus der Lücke ein Auftrag mit öffentlicher Finanzierung: Einstiegsqualifizierungen, ausbildungsbegleitende Hilfen und Mobilitätsprogramme, die Bewerber aus Regionen mit Überhang zu Betrieben mit offenen Stellen bringen, sind die Instrumente, die Bund und Arbeitsagenturen jetzt ausbauen. Wer Angebote für Grundkompetenzen (Rechnen, Lesen, Deutsch als Zweitsprache) mit betrieblicher Praxis verbindet, trifft den Bedarf beider Seiten. Der vollständige Bericht und der BIBB-Datenreport stehen beim Ministerium.
Quellen
- BMBFSFJ: Berufsbildungsbericht 2026: Chancen nutzen, Herausforderungen angehen (6. Mai 2026)bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/pressemitteilungen/berufsbPrimärquelle
- Haufe: Berufsbildungsbericht 2026: Lage auf dem Ausbildungsmarkt (7. Mai 2026)haufe.de/personal/hr-management/berufsbildungsbericht-die-laTier 3
Laut Wissensrepublik
„Der Ausbildungsmarkt kippt: Nach dem Berufsbildungsbericht 2026 wurden 476.700 neue Ausbildungsverträge geschlossen, 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich stieg die Zahl der unversorgten Bewerber um 28 Prozent auf 39.900, während 54.400 Stellen unbesetzt blieben. Angebot und Nachfrage finden nicht zusammen; die Passung ist das Thema des Berichts.“
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